Christen sollten mutig die Wahrheit und das Recht einer Weltsicht biblischer Apokalyptik verteidigen. Wenigstens sie sollten in unsern Tagen apokalyptisch werden und handeln. Denn das ist die Wirklichkeit der Erde, in welcher Jesus Christus seine Herrschaft aufrichten und bezeugt wissen will. Wenn wir uns auf diese Erde einlassen, müssen wir täglich neu erfahren, dass unser Herr der Gekreuzigte auch nach Ostern ist und bleiben wird, dass also auch seine Leute nicht in die Friedlichkeit gestellt werden, welche der normale Bürger am Sonntagmorgen liebt und von Christen erwartet. (Ernst Käsemann, In der Nachfolge des gekreuzigten Nazareners, 10)
Ernst Käsemann, vor zwölf Jahren gestorben, hatte gestern Geburtstag. Seine Theologie – N.T. Wright avant la lettre – liest sich noch immer äußerst unangenehm und unbequem. Also ganz so, wie er es sich vorgestellt hat. Ich sollte mal einiges über ihn posten, Lust hätte ich, seinen Vortrag “Die theologische Relevanz des Wortes ‘Besessenheit’” hier mal aufzugreifen. Wer sich aber selbst einen Eindruck verschaffen will: Der oben zitierte Band “In der Nachfolge des gekreuzigten Nazareners” versammelt späte Vorträge mehr allgemeinverständlicher Sorte. Für die geistige Unruhe im nächsten Urlaub…



