Worship: Das Licht ist gedimmt, das Keyboard säuselt sanfte Töne, ergriffen heben einige die Hände. Mit Inbrunst singt man „Thank You for the Cross“, dann die Bridge mit der romantischen Zeile:
Every one of us deserves to die…
Jedes Mal schießt mir dann unweigerlich folgender Gedanke durch den Kopf, zugegebenermaßen nicht in dieser Formulierung:
Meiner Einschätzung nach liegt in der Ferne des Gedankens, so tief in die Sünde verstrickt zu sein, dass der Tod der Sündigen schon da ist oder nach eigenen Gerechtigkeitsvorstellungen ansteht, ein Kern der hermeneutischen Schwierigkeit, den Sinn des Sühneopfers gegenwärtig als heilsam und als rettend anzuerkennen. (H. Kulhmann, Zur Opferkritik der feministischen Theologie, 106)
Ist doch was dran, oder?



Das mag schon stimmen…aber die entscheidende Frage ist doch: Ist es auch völlig in Ordnung, wenn man den Sinn des Sühneopfers nicht erkennt…oder ist das eben selbst schon ein Zeichen der Sünde?
Inwiefern „die entscheidende Frage“? Um am Ende bei einer ausgewogenen Systematik oder Predigt zu landen? Dann bestimmt. Aber darum geht es mir hierbei ja erstmal nicht; der Anspruch ist weitaus bescheidener: Auf einen Stolperstein hinzuweisen, der zum Nachdenken anregen kann. Die Vorläufigkeit und Einseitigkeit, ja theologische Unzulänglichkeit des Beitrags ist sozusagen Programm. :)