Thorsten hat mir im letzten Jahr ein Blogstöckchen zum Thema “Bücher” zugeworfen und mich jetzt nochmal liebevoll an den ausstehenden Emp-Fang erinnert. Apportiere hiermit ergebenst:
1. Welches ist das längste und/oder langweiligste Buch, durch das Du Dich, aus welchen Gründen auch immer, erfolgreich hindurchgekämpft hast?
Wahrscheinlich Adalbert Stifter, Der Nachsommer. (Hardcore-Langweile, aus poetologischen Gründen aber beabsichtigt! Ausgerechnet Nietzsche hielt es für einen der größten deutschen Romane, er hatte manchmal einen wirklich eigenartig spießigen Geschmack…)
2. Von welchem Autor kannst Du behaupten: “Von dem (oder der) habe ich wirklich jedes Buch gelesen!”
Ich glaube - von keinem und keiner. Bin ich noch zu jung für, vielleicht.
3. Dein liebster Klassiker (vor mindestens 50 Jahren veröffentlicht)?
E.T.A. Hoffmann, Der Goldene Topf. Unterhaltsam, fantasievoll, unglaublich gut gemacht.
4. Welchen Titel hast Du in den letzten Jahren sicherlich am häufigsten verschenkt?
Pete Greig, Red Moon Rising (Die Geschichte von 24/7-Prayer). Das inspirierendste Buch zum Thema Gebet, das ich kenne.
5. Von welchen Autoren würdest Du nie wieder freiwillig ein weiteres Buch in die Hand nehmen?
Dan Brown. Mir haben Leute gesagt: “Illuminati ist viel besser als Sakrileg.” Beide: Un-ter-ird-isch!
6. Welches Buch hast Du mehr als zwei Mal gelesen?
Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben.
Thorsten hat ja an dieser Stelle gefragt: “Bücher liest man doch meistens mehrmals, oder?” Ich jedenfalls lese Bücher fast nie zweimal. Finde ich aber eigentlich ne gute Sache - manchmal ist weniger aber häufiger wirklich mehr.
7. Welchen Titel hast Du erst nach einigen Seiten beiseite gelegt und dann tatsächlich später nochmals in die Hand genommen und durchgelesen?
Das passiert mir eigentlich ständig, weil ich häufig Bücher anfange, um einen Überblick zu bekommen und sie dann später erst lese. Ein beliebiges Beispiel: Scot McKnight, Praying with the Church.
8. Wenn man Dich drei Wochen in eine Mönchszelle in Klausur stecken würde, und Du darfst nur drei Bücher mitnehmen, welche drei Titel würdest Du wählen?
Calvin, Institutio (wann sonst soll man sowas lesen?)
Irgendwas Lyrisches. Heine, Rilke oder Benn.
9. Bei welchem Titel sind dir schonmal ernsthaft die Tränen (nicht vor Lachen!) gekommen, obwohl es doch nur ein Buch war?
10. Welches sonst recht erfolgreiche Buch ist Dir bis heute ein großes Rätsel geblieben, d. h. Du hast es einfach nicht verstanden?
Jonathan Franzen, Die Korrekturen. Ich fand’s einfach träge und auch stilistisch nicht besonders interessant. Kann mich noch jemand überzeugen?
So, wenn ich schon so spät noch antworte, werfe ich auch gleich noch weiter. Und zwar an: Karola und Daniel sowie an meine ureigene Frau Christintin.



Brav apportiert!
Dan Brown ist die RTL2-Variante von Umberto Eco (der noch dazu auch nicht gerade Thomas Mann Nr. 2 ist), keine Frage.
Ich gestehe allerdings, dass ich auch beide Bücher gelesen und mich dabei nicht gelangweilt habe. Es ist nur ungefähr das gleiche Vergnügen wie zwei Packungen Choco Crossies hintereinander zu verschlingen: Beim Essen schmeckt es und man will mehr, danach ist einem aber so richtig schlecht. Auf die Verfilmung von Illuminati freue ich mich dagegen, vor allem das mit dem Hubschrauber über Rom ;-) . Bei der Verfilmung von Sakrileg (die DVD gab es als Zugabe zu Martinas letztem Handy) musste ich allerdings leider auf die Mattscheibe kotzen: Viel dümmer geht es nicht, und das mit Tom Hanks und Amelie…)
Außer Calvin habe ich leider gar keine Unbekannten in Deiner Aufzählung entdeckt, deswegen bin ich jetzt mal auf kauda und Deine Gattin gespannt…