Ein Gedanke, den ich hier vor allem eintrage, um ihn für mich selbst zu konservieren:
Haben heute das Seminar "Classics of Spiritual Literature" bei Dr. Bruce Hindmarsh hier in Regent besucht. Dabei fiel eine für mich sehr interessante Bemerkung über verschiedene Arten theologischer Literatur. Der Dozent sprach von "periods of axiomatic writing/imagination" in denen die Literatur das Wesentliche aus dem komplexen Feld der Diskussion und Fragen zu extrahieren und darzustellen sucht. Hier wird herausgestellt, abgegrenzt, zusammengefasst, welche die wirklich wichtigen, die zentralen Themen des Glaubens sind.
Auf der anderen Seite dann "periods of scholastic writing/imagination", in denen ein Gedanke auf alle seine Implikationen hin abgeklopft, in all seinen Bedeutungen durchdacht, in all seinen Konsequenzen entfaltet wird.
Diese zweifache Bewegung (Zusammenfassen und Entfalten) erinnerte mich an das dialektische Prinzip von Systole und Diastole, wie es bei Goethe auftaucht: Systole als die Konkretion, das Zusammenziehen, die Anspannung; Diastole als die Entspannung, Entfaltung, Ausweitung.
Interessant jedenfalls in Erinnerung zu behalten: Es braucht beides – die Besinnung aufs Wesentliche, den Kern des Glaubens, wie auch das Durchdenken und das Abwägen aller Schattierungen eines einzelnen Gedankens.




nicht schlecht!
Kontraktion, nicht Konkretion