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Worship: Das Licht ist gedimmt, das Keyboard säuselt sanfte Töne, ergriffen heben einige die Hände. Mit Inbrunst singt man “Thank You for the Cross”, dann die Bridge mit der romantischen Zeile:

Every one of us deserves to die…

Jedes Mal schießt mir dann unweigerlich folgender Gedanke durch den Kopf, zugegebenermaßen nicht in dieser Formulierung:

Meiner Einschätzung nach liegt in der Ferne des Gedankens, so tief in die Sünde verstrickt zu sein, dass der Tod der Sündigen schon da ist oder nach eigenen Gerechtigkeitsvorstellungen ansteht, ein Kern der hermeneutischen Schwierigkeit, den Sinn des Sühneopfers gegenwärtig als heilsam und als rettend anzuerkennen. (H. Kulhmann, Zur Opferkritik der feministischen Theologie, 106)

Ist doch was dran, oder?

Martin Hengel gestorben

Im Alter von 82 Jahren ist gestern der Tübinger Neutestamentler Martin Hengel gestorben. Seine bekannteste Arbeit ist das bahnbrechende Buch “Judentum und Hellenismus“, in dem er weitgehende Einflüsse des griechischen Denkens auf das jüdische schon für die Zeit Jesu nachgewiesen hat. Damit wurde die seit Adolf von Harnack stark wirkende Vorstellung, das “eigentlich jüdische” Christentum sei durch die griechische Kultur verdorben worden, nachhaltig erschüttert. Hengel war einer der wirklich weltweit bekannten Tübinger Theologen.

Das Ethos der Frage

[Der Theologe] muß die menschliche Endlichkeit, die auch seine eigene Endlichkeit ist, übernehmen, und er muß die Angst der Endlichkeit so in sich hineinnehmen, als ob er niemals die Offenbarungsantwort ‘Ewigkeit’ erhalten hätte. Er muß die menschliche Entfremdung, die auch seine eigene Entfremdung ist, übernehmen, und er muß die Angst der Schuld wieder durchleben, als ob er niemals die Offenbarungsantwort ‘Vergebung’ erhalten hätte. Der Theologe darf nicht bei der theologischen Antwort, die er verkündet, verharren. Er kann sie in überzeugender Weise nur geben, wenn er mit seinem ganzen Sein in der Situation der menschlichen Frage steht.” (P. Tillich, Systematische Theologie, Band II, 21f.)

Was auch immer man mit “emerging” und der emergenten Diskussion verbinden mag – für mich hat sie viel mit dem zu tun, was ich im Anschluss an dieses Tillich-Zitat das “Ethos der Frage” nennen würde. Die Bereitschaft – wenn nicht Verpflichtung – sich ganz und ernsthaft auf die Frage einzulassen, ohne die Antwort schon immer gleich zu wissen. Das ist, so ahne ich langsam, mehr als eine schicke Einstellung. Das ist Arbeit und Wagnis, Beunruhigung und Risiko.

(Dieses Fragen allerdings – so würde ich festhalten, auch wenn das in emergenten Kreisen weniger laut gesagt wird – steht in der manchmal nur unsicher wahrnehmbaren Gegenwart und Zusage dessen, der “in alle Wahrheit führt”. Von dieser Gegenwart her fragen wir, und sie bleibt das Ziel. Wie Luther so schön sagt: Spiritus sanctus non est Scepticus! Aber das ist nochmal ein eigenes Thema…)

P.S.: Hier dazu das Bild einer verblüffend passenden und eigentlich wirklich schönen Kunstinstallation in einer Pariser Kirche: Robert Stadler’s question mark installation in Paris

Gott ist keine Person

Netter Schocker, aber trotzdem einen Gedanken wert, wie ich finde:

If we say ‘God is a person’, we say something which is profoundly wrong. If God were a person, he would be one being alongside other beings, and not He in whom every being has his existence an his life, and who is nearer to each of us than we are to ourselves. (…)

Therefore we should never say that God is a person. And neither the Bible nor classical theology ever did. In classical theology the Latin term persona applied only to the three faces of God as Father, Son, and Spirit. The application of the term ‘person’ to God is a poor invention of nineteenth-century theology and even more of popular talk about religion.”

(Paul Tillich, The God above God, in: Ders., Ausgewählte Texte, 404.)

MyTrinity.com, pt.2

Vor einer Weile hatte ich hier mal die Frage in die Runde geworfen, woran man eigentlich glaubt, wenn man an den dreieinigen Gott glaubt. Viele nette Antworten habe ich auf die Frage bekommen “Mit der Trinität Gottes verbinde ich…”, u.a.: Die Grenzen des menschlichen Verstandes, die Gemeinschaft in Gott, die Verwirrung, wen man den jetzt beim Beten anzusprechen habe.

Nur meine eigene Antwort hat bis jetzt auf sich warten lassen. Bitte:

Mit der Trinität verbinde ich inzwischen vor allem den befreienden Gedanken, dass Einheit und Vielfalt kein Widerspruch sind. Polytheistischer Glaube betont die Vielfalt der Wirklichkeit, deshalb ist er für die Spätmoderne/Postmoderne wieder interessant. Strikter Monotheismus betont dagegen die Einheit der Wirklichkeit: Ein Gott hat Anspruch auf das Ganze unseres Lebens – was in der Postmoderne wiederum gerne als totalitär verstanden wird und sich in fundamentalistischen Monotheismen tatsächlich totalitär ausprägen kann.

Gott als “drei” und “einer” heißt dagegen: Gott kennt in sich eine Verschiedenheit und Vielfalt, die eine Einheit ohne Einebnung der Unterschiede nicht ausschließt. Und das finde ich doch ein ziemlich faszinierendes Modell für die Organisation menschlicher Gemeinschaft…

Vor einer Weile hat mich Daniel Renz gefragt, ob ich den ersten Band der Postmoderne-Reihe von Heinzpeter Hempelmann für die Zeitschrift ichthys rezensieren möchte. Da hab ich gerne zugesagt. Die neue Nummer von ichthys ist jetzt draußen und da die Redaktion alle Rezensionen auch zeitgleich über ihr Profil amazon.de einstellt – was ich eine ziemlich großzügige und praktische Idee finde – und da ich von der Idee Abstand genommen habe, den Text in Portionen zu twittern, erscheint jetzt auch auf dem Blog mal wieder was.

Heinzpeter Hempelmann, Wir haben den Horizont weggewischt. Die Herausforderung: Postmoderner Wahrheitsverlust und christliches Wahrheitszeugnis, Witten 2007.

“Heinzpeter Hempelmann, Dozent für Systematische Theologie am Theologischen Seminar Liebenzell, legt mit diesem Titel den sachlich ersten Teil seines vierbändigen Projekts “Wie die wahre Welt zur Fabel wurde” vor. Die Perspektive des gesamten Projekts ist eine Verhältnisbestimmung zwischen christlichem Wahrheitsanspruch und postmodernem Wahrheitspluralismus; der erste Band soll dabei eine grundlegende theoretische Auseinandersetzung mit der philosophisch begriffenen Postmoderne bieten.

Hempelmann.jpgIm ersten Kapitel (36-64) wird das Problem christlichen Glaubens im postmodernen Kontext als Problem der scheinbaren Unmöglichkeit von Mission umrissen: Wie soll man in einem geistigen Umfeld, das weithin nur noch an individuelle Wahrheiten glaubt, die eine Wahrheit vertreten? Ist ein solcher Anspruch noch vertretbar, überhaupt noch denkbar?  

Im zweiten Kapitel (65-129), einer sehr ausführlichen Exegese des Nietzsche-Aphorismus vom “Tollen Menschen”, beantwortet Hempelmann diese Frage eindeutig – mit einem Nein. Was Friedrich Nietzsche mit seinem berühmtberüchtigten Diktum “Gott ist tot!” zum Ausdruck bringt, ist viel mehr als ein expliziter Atheismus. Es geht nicht um das Ende eines christlich-theistischen Gottesglaubens – es geht um das Ende des organisierenden Zentrums im metaphysischen System. Ist nicht nur der christliche Gott, sondern diese Systemstelle überhaupt ausgelöscht, dann ist der “Horizont weggewischt”. Die Wahrheit ist dann nicht mehr möglich: Es kann nur noch darum gehen, jeweils meine Wahrheit zu finden, und in dieser Situation findet sich der postmoderne Mensch vor.

In den Kapiteln 3 bis 6 wird dieser grundlegende, mit Nietzsche formulierte Gedanke in Überlegungen zu einigen zentralen Denkern der Postmoderne weiterverfolgt. Mit Jean-Francois Lyotard wird der “Abschied vom Gottesstandpunkt” (135-150) beschrieben – also der Vorstellung, alle Wahrheitsansprüche mit Hilfe der einen Wahrheit ‘von oben’ beurteilen zu können; mit Richard Rorty der “Abschied vom Fundamentalismus” (151-171) – also der Konstruktion einer Theorie auf der Grundlage eines unerschütterlichen Fundaments, derjenigen Systemstelle, die in einer christlichen Metaphysik Gott (oder die Bibel) einnimmt; mit Jaques Derrida der “Abschied vom Logozentrismus” (172-177) – also der Hoffnung auf eine Präsenz der Wahrheit im begrifflichen Ausdruck; mit Gianni Vattimo schließlich der “Abschied vom starken Denken” (178-202) – also vom Gestus eines Denkens, das sich im Besitz der ganzen Wahrheit weiß und in diesem Bewusstsein auf andere Wahrheitsansprüche reagiert.

Schön, dass diese Denker im Rahmen einer theologischen Auseinandersetzung mit der Postmoderne zur Sprache kommen – schade, dass dies meist nur sehr knapp geschieht. Wie die Anmerkungen nachweisen, ist Hempelmann auch auf diesem Gebiet offensichtlich durchaus informiert – erreicht aber nie die Intensität der Auseinandersetzung mit Nietzsche. Das Fazit der Analyse lautet: Will christlicher Glaube seinen Kontext ernst nehmen, so muss er die Undenkbarkeit eines starken, souveränen Wahrheitsanspruches akzeptieren und für eine “Hermeneutik der Demut” (255-261) optieren.

Bedeutet dies nun aber: Sich schiedlich-friedlich einordnen in das polyphone Konzert der Welt-Anschauungen? Bereits in den theologischen Stellungnahmen zu den “Abschieden” wird deutlich, dass Hempelmann zwar nach “Strukturanalogien” (189) zwischen theologischen und postmodernen Erkenntnissen fragt, die Theologie jedoch nicht einfach in der Postmoderne aufgehen lassen möchte. Bevor jedoch ein eigenständiger systematisch-theologischer Ansatz im diagnostizierten nachmetaphysischen Kontext expliziert wird, ist in Kapitel 7 mit Nietzsche noch ein weiterer “Abschied” zu beschreiben (203-261): Der Abschied vom vorgegebenen Sinn; an seine Stelle tritt der Kampf der Interpretationen als Kampf der sich gegenseitig überwältigenden Deutungen; Wahrheit wäre in diesem Sinne das Überleben des Stärkeren.

Vor diesem Hintergrund entwirft Hempelmann schließlich eine Art narrativer (und – so hofft der Verfasser – biblischere, weil weniger metaphysische) Theologie vom “Gott, der nicht interpretiert” (vgl. 261-347), das heißt vom Gott, der nicht im Überwältigen dieser Welt, sondern in seinem Gewaltverzicht – am Kreuz – und heute in den Schwachen und Armen sichtbar wird. Die Parallelen zu Jürgen Moltmanns “Gekreuzigtem Gott” liegen auf der Hand. Was Christen heute deshalb zu lernen haben, ist eine Ästhetik vom Kreuz Jesu Christi her (vgl. 382 Anm. 776), eine ehrliche Bestandsaufnahme der Verlorenheit, weil Sinnlosigkeit dieser Welt – und da können sie von der Radikalität der Postmoderne nur lernen.

Von daher ist Mission dann aber auch sinnvoll, sogar geboten, nämlich als von sich weg weisendes Zeugnis (vgl. 177) von dem Gott , bei dem Hoffnung für die nicht vorschnell zu überspielende Sinn-Leere dieser Welt zu suchen und zu finden ist. Überraschend resignativ fällt dabei jedoch die Erwartung gegenüber der Kirche aus. Dass Gott sich aus ihr in Teilen zurückgezogen habe, sie möglicherweise gar nicht mehr in seinem weiteren Heilshandeln berücksichtige, müsse als reale Möglichkeit erwogen werden (333 Anm. 667). Mit Dietrich Bonhoeffer ist die Aufgabe der Kirche in der Gegenwart zu bestimmen als Bei-Gott-Sein in seinen Leiden (336), beim Gott, der eben im Schwachen und Unansehnlichen präsent ist.

Erschwert wird das Lesen durch einige formale Mängel (mehrere Abschnitte erscheinen im Prinzip als “Doppelüberlieferung”); man hätte dem Buch eine etwas sorgfältigere Redaktion gewünscht. Manche Stücke scheinen auch aus älteren Arbeiten mehr oder weniger “übernommen”, was den roten Faden manchmal aus dem Blick geraten lässt.

Die Stärke des Bandes liegt eindeutig in seiner Bereitschaft, sich grundsätzlich – und nicht nur mit oberflächlich-apologetischem Interesse – auf die geistige Situation einer Gesellschaft einzulassen, in der die großen Erzählungen ihre sinnstiftende Funktion eingebüßt haben. Die Nietzsche-Interpretationen erweisen sich dafür tatsächlich als sehr aussagekräftig. Es verwundert lediglich, dass die Brücke zu den Postmodernen nicht über den späten Martin Heidegger geschlagen wurde.

Anzufragen wäre, ob der diagnostizierten Situation tatsächlich mit einer Theologie begegnet werden kann, die in ihrem Impetus stark ‘antimetaphysisch’ agiert, dabei letztlich aber doch gleichsam ‘parasitär’ auf eben diesen universalen Rahmen bezogen bleiben muss, um nicht jegliche positive Kraft zu verlieren. Und ob dieser ‘antimetaphysische’ Impetus nicht gerade eine Lesart der Kirchengeschichte als Dekadenzgeschichte begünstigt, die in anderen Zusammenhängen allzu häufig in simplen Anti-Institutionalismus und einen hermeneutisch problematischen Übersprung “von der Urchristenheit zu uns” mündet. Unbestritten ist: Hier wird theologisch tatsächlich etwas gewagt – und das ist in jedem Fall spannend und diskussionswürdig!”

ichthys 25 (2009), 2009|1, 97-99

Ich bin gerne bereit so ziemlich alle emerging-Stereotypen zu erfüllen. Ich lese Blogs auf meinem Mac, trage die Postmodern-Wannabe-Brille, trinke Latte Macchiato. Aber eines verweigere ich: U2 für die beste Band aller Zeiten zu halten. Stattdessen höre ich lieber das: Meine Rock/Pop TopTen-Alben. Dazu gibt’s jeweils eine Plattenkritik, meist von allmusic.com und einen Link zum Reinhören. Ziemlich folklastig ist es geraten, wundert mich selbst ein bisschen. Für alle Alben gilt das seltene Prädikat: Kein Füller, von vorne bis hinten durchhörbar.

Whiskeytown: Pneumonia

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Whiskeytown had ceased to be a band in the truest sense by the time they recorded their third (and final) full-length album, Pneumonia; the group began to collapse during the touring following Strangers’ Almanac, with members coming and going at a remarkable pace, and for the Pneumonia sessions, the only musicians on hand who had appeared on Faithless Street three years earlier were lead vocalist and songwriter Ryan Adams and violinist and backing vocalist Caitlin Cary. Multi-instrumentalist Mike Daly and percussionist/producer Ethan Johns dominated the sessions’ sprawling cast of players, with James Iha and Tommy Stinson popping up on some tracks. Ultimately, Pneumonia sounds more like a Ryan Adams solo project than anything else, and it walks a decidedly different path than the Whiskeytown albums that preceded it — there are no charging rockers in the manner of “Drank Like a River” or “Yesterday’s News,” and the country twang of “Too Drunk to Dream” or “Someone Remembers the Rose” has receded into the background (though Cary’s violin and occasional mandolin or steel guitar lines from Daly do add a high-lonesome undertow to several songs, especially the plaintive “Sit and Listen to the Rain” and “My Hometown”). This is easily Whiskeytown’s most ambitious and eclectic work, and the sparkling pop of “Don’t Be Sad” and “Mirror Mirror,” the lovely faux-tropicalia of “Paper Moon,” the haunting tape-loop reverie of “What the Devil Wanted,” and low-key power balladry of “Crazy About You” all prove that, despite his reckless public persona, Ryan Adams had gained a wealth of maturity and intelligence (at least as a songwriter and recording artist) since the last time he’d entered a recording studio. Pneumonia was recorded in 1999, but the closing of Outpost Records in the wake of that year’s Polygram/ Universal merger put the album on the shelf for two years; in the meantime, Pneumonia developed an underground reputation as a lost classic, and while that description is going a bit far to make a point, it is an undeniably striking and beautifully crafted set of songs, and it’s interesting to imagine where this music would have taken Whiskeytown if the album had met its original release date — assuming that Whiskeytown was still a band by the time the record was finished. (© www.allmusic.com) Reinhören

Blumfeld: Verbotene Früchte

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Jetzt geht wieder alles von vorne los: Der mittlerweile fest im Fleisch sitzende Argwohn der Enttäuschten, die Blumfeld schon seit “Tausend Tränen Tief” nur noch für eine Schlagerband halten. Die Ernüchterung derer, die in den neuen Stücken “Der Apfelmann”, “Atem und Fleisch” oder “Tiere um uns” keine politische Dimension, keinen Diskurs mehr erkennen können, obwohl schon einfachste Zeilen wie “Tiere um uns/ Sind keine besseren Menschen” oder “Tiere um uns/ Was wären wir ohne sie?” nach Reflexion und Erörterung schreien. Die allgemeine Intellektuellenfeindlichkeit und das Bedauern darüber, dass Jochen Distelmeyer kein Kumpeltyp ist und Blumfeld keine Band, mit der man sich verbrüdern, in der man sich und seine Befindlichkeiten spiegeln kann. Die irreführende Vorstellung, dass Distelmeyer in seiner Freizeit mit zwei frischen “Geheimrat Oldenburg”-Äpfeln in der linken Hand und einem Raben auf der Schulter den Hamburger Tierpark Hagenbeck durchmisst.

Man kann das nach längst nicht mehr zählbaren Hördurchgängen auch einfach mal so sagen: “Verbotene Früchte” ist das Wichtigste, das Tröstlichste und das Herrlichste, was einem in diesem Jahr passieren kann. “Strobohobo” ist so brillant und dringlich wie kein anderes Stück, das Distelmeyer seit “So lebe ich” verfasst hat. Der chansoneske, achtminütige Entwicklungsroman “Der sich dachte” ist so traurig und so wahr, dass man kalte, klare Tränen weinen möchte, und “April” ist genau der Prefab-Sprout-Song geworden, den Blumfeld vielleicht immer schon mal schreiben wollten. Wie unvergleichlich Distelmeyer in “Schnee” phrasiert, wie nah das Gitarren-Picking von “Ich fliege mit Raben” an Pentangle und der Incredible String Band liegt, und auf welch traumhafte Weise der Chor in “Atem und Fleisch” den Song in zwei Hälften unterteilt, ist ohne Beispiel. “Kleines Lied, es kommt zu mir/ Kommt und will mich tragen/ Flüstert leise: Nimm es nicht so schwer!/ Und es trägt mich durch den Tag/ Fragen über Fragen/ Kleines Lied, es winkt mich zu sich her.” (”Kleines Lied”). Man geht auf Zehenspitzen, man verlässt das Zimmer nicht mehr: Man möchte keine einzige Sekunde von “Verbotene Früchte” verpassen. (© SPIEGEL Online, Jan Wigger) Reinhören

Bon Iver: For Emma, Forever Ago

Bon Iver.jpgBon Iver is the work of Justin Vernon. He isolated himself in a remote cabin in Wisconsin for almost four months, writing and recording the songs on For Emma, Forever Ago, his haunting debut album. A few parts (horns, drums, and backing vocals) were added in a North Carolina studio, but for the majority of the time it’s just Vernon, his utterly disarming voice, and his enchanting songs. The voice is the first thing you notice. Vernon’s falsetto soars like a hawk and when he adds harmonies and massed backing vocals, it can truly be breathtaking. “The Wolves (Acts I & II)” truly shows what Vernon can do as he croons, swoops, and cajoles his way through an erratic and enchanting melody like Marvin Gaye after a couple trips to the backyard still. “Skinny Love” shows his more of his range as he climbs down from the heights of falsetto and shouts out the angry and heartachey words quite convincingly. Framing his voice are suitably subdued arrangements built around acoustic guitars and filled out with subtle electric guitars, the occasional light drums, and slide guitar. Vernon has a steady grasp of dynamics too; the ebb and flow of “Creature Fear” is powerfully dramatic and when the chorus hits it’s hard not to be swept away by the flood of tattered emotion. Almost every song has a moment where the emotion peaks and hearts begin to weaken and bend: the beauty of that voice is what pulls you through every time. For Emma captures the sound of broken and quiet isolation, wraps it in a beautiful package, and delivers it to your door with a beating, bruised heart. It’s quite an achievement for a debut and the promise of greatness in the future is high. Oh, and because you have to mention it, Iron & Wine. Also, Little Wings. Most of all, though, Bon Iver. (© www.allmusic.com) Reinhören

Dave Matthews Band: Before These Crowded Streets

matthews.jpgThe Dave Matthews Band made their reputation through touring, spending endless nights on the road improvising. Often, their records hinted at the eclecticism and adventure inherent in those improvisation, but Before These Crowded Streets is the first album to fully capture that adventurous spirit. Not coincidentally, it’s their least accessible record, even if it’s more of a consolidation than it is a step forward. Early Dave Matthews albums were devoted to the worldbeat fusions of Graceland and Sting, but his RCA efforts incorporated these influences into a smoother, pop-oriented style. Here, everything hangs out. Old trademarks, like jittery acoustic grooves and jazzy chords, are here, augmented by complex polyrhythms, Mideastern dirges, and on two tracks, the slashing strings of the Kronos Quartet. Some fans may find the new, darker textures a little disarming at first, but they’re a logical extension of the group’s work, and in many ways, this sonic daring results in the most rewarding album they’ve yet recorded. The Dave Matthews Band haven’t completely vanquished their demons, however — songwriting remains a problem, especially since relying on grooves, improvisation, and texture allows them to skimp on melody, and Matthews’ lyrics can be awkward and embarrassing, especially if he’s writing about sex. Still, these are minor flaws on an album that relies on tone and improvisation, both of which are in ample supply on Before These Crowded Streets. (© www.allmusic.com) Reinhören

The Beatles: The Beatles (White Album)

Beatles.jpgEach song on the sprawling double album The Beatles is an entity to itself, as the band touches on anything and everything it can. This makes for a frustratingly scattershot record or a singularly gripping musical experience, depending on your view, but what makes the so-called White Album interesting is its mess. Never before had a rock record been so self-reflective, or so ironic; the Beach Boys send-up “Back in the U.S.S.R.” and the British blooze parody “Yer Blues” are delivered straight-faced, so it’s never clear if these are affectionate tributes or wicked satires. Lennon turns in two of his best ballads with “Dear Prudence” and “Julia”; scours the Abbey Road vaults for the musique concrète collage “Revolution 9″; pours on the schmaltz for Ringo’s closing number, “Good Night”; celebrates the Beatles cult with “Glass Onion”; and, with “Cry Baby Cry,” rivals Syd Barrett. McCartney doesn’t reach quite as far, yet his songs are stunning — the music hall romp “Honey Pie,” the mock country of “Rocky Raccoon,” the ska-inflected “Ob-La-Di, Ob-La-Da,” and the proto-metal roar of “Helter Skelter.” Clearly, the Beatles’ two main songwriting forces were no longer on the same page, but neither were George and Ringo. Harrison still had just two songs per LP, but it’s clear from “While My Guitar Gently Weeps,” the canned soul of “Savoy Truffle,” the haunting “Long, Long, Long,” and even the silly “Piggies” that he had developed into a songwriter who deserved wider exposure. And Ringo turns in a delight with his first original, the lumbering country-carnival stomp “Don’t Pass Me By.” None of it sounds like it was meant to share album space together, but somehow The Beatles creates its own style and sound through its mess. (© www.allmusic.com) Reinhören

John Mayer: Continuum

continuum.jpgNothing he did up until the excellent, expansive Try! could have prepared you for the monumental creative leap forward that is Mayer’s 2006 studio effort, Continuum. Working with his blues trio/rhythm section of bassist Pino Palladino and drummer Steve Jordan, along with guest spots by trumpeter Roy Hargrove and guitarist Ben Harper, Mayer brings all of his recent musical explorations and increasing talents as a singer/songwriter to bear on Continuum. Produced solely by Mayer and Jordan, the album is a devastatingly accomplished, fully realized effort that in every way exceeds expectations and positions Mayer as one of the most relevant artists of his generation. Adding weight to the notion that Mayer’s blues trio is more than just a creative indulgence, he has carried over two tracks from the live album in “Vultures” and the deeply metaphorical soul ballad “Gravity.” These are gut-wrenchingly poignant songs that give voice to a generation of kids raised on TRL teen stars and CNN soundbites who’ve found themselves all grown up and fighting a war of “beliefs.” Grappling with a handful of topics — social and political, romantic and sexual, pointedly personal and yet always universal in scope — Mayer’s Continuum here earns a legitimate comparison to Marvin Gaye’s What’s Going On. Nobody — not a single one of Mayer’s contemporaries — has come up with anything resembling a worthwhile antiwar anthem that is as good and speaks for their generation as much as his “Waiting on the World to Change” — and he goes and hangs the whole album on it as the first single.

It’s a bold statement of purpose that is carried throughout the album, not just in sentiment, but also tone. Continuum is a gorgeously produced, brilliantly stripped-to-basics album that incorporates blues, soft funk, R&B, folk, and pop in a sound that is totally owned by Mayer. It’s no stretch when trying to describe the sound of Continuum to color it in the light of work by such legends as Sting, Eric Clapton, Sade, Stevie Ray Vaughan, and Steve Winwood. In fact, the sustained adult contemporary tone of the album could easily have become turgid, boring, or dated but never does, and brings to mind such classic late-’80s albums as Sting’s Nothing Like the Sun, Clapton’s Journeyman, and Vaughan’s In Step. At every turn, Continuum finds Mayer to be a mature, thoughtful, and gifted musician who fully grasps his place not just in the record industry, but in life. (© www.allmusic.com) Reinhören

Van Morrison: Moondance

moondance.jpgThe yang to Astral Weeks’ yin, the brilliant Moondance is every bit as much a classic as its predecessor; Van Morrison’s first commercially successful solo effort, it retains the previous album’s deeply spiritual thrust but transcends its bleak, cathartic intensity to instead explore themes of renewal and redemption. Light, soulful, and jazzy, Moondance opens with the sweetly nostalgic “And It Stoned Me,” the song’s pastoral imagery establishing the dominant lyrical motif recurring throughout the album — virtually every track exults in natural wonder, whether it’s the nocturnal magic celebrated by the title cut or the unlimited promise offered in “Brand New Day.” At the heart of the record is “Caravan,” an incantatory ode to the power of radio; equally stirring is the majestic “Into the Mystic,” a song of such elemental beauty and grace as to stand as arguably the quintessential Morrison moment. (© www.allmusic.com) Reinhören

Bob Dylan: The Freewheelin’ Bob Dylan

Dylan.jpgIt’s hard to overestimate the importance of The Freewheelin’ Bob Dylan, the record that firmly established Dylan as an unparalleled songwriter, one of considerable skill, imagination, and vision. At the time, folk had been quite popular on college campuses and bohemian circles, making headway onto the pop charts in diluted form, and while there certainly were a number of gifted songwriters, nobody had transcended the scene as Dylan did with this record. There are a couple (very good) covers, with “Corrina Corrina” and “Honey Just Allow Me One More Chance,” but they pale with the originals here. At the time, the social protests received the most attention, and deservedly so, since “Blowin’ in the Wind,” “Masters of War,” and “A Hard Rain’s A-Gonna Fall” weren’t just specific in their targets; they were gracefully executed and even melodic. Although they’ve proven resilient throughout the years, if that’s all Freewheelin’ had to offer, it wouldn’t have had its seismic impact, but this also revealed a songwriter who could turn out whimsy (”Don’t Think Twice, It’s All Right”), gorgeous love songs (”Girl From the North Country”), and cheerfully absurdist humor (”Bob Dylan’s Blues,” “Bob Dylan’s Dream”) with equal skill. This is rich, imaginative music, capturing the sound and spirit of America as much as that of Louis Armstrong, Hank Williams, or Elvis Presley. Dylan, in many ways, recorded music that equaled this, but he never topped it. (© www.allmusic.com) Reinhören

Nick Drake: Bryter Later

drake.jpgWith even more of the Fairport Convention crew helping him out — including bassist Dave Pegg and drummer Dave Mattacks along with, again, a bit of help from Richard Thompson — as well as John Cale and a variety of others, Drake tackled another excellent selection of songs on his second album. Demonstrating the abilities shown on Five Leaves Left didn’t consist of a fluke, Bryter Layter featured another set of exquisitely arranged and performed tunes, with producer Joe Boyd and orchestrator Robert Kirby reprising their roles from the earlier release. Starting with the elegant instrumental “Introduction,” as lovely a mood-setting piece as one would want, Bryter Layter indulges in a more playful sound at many points, showing that Drake was far from being a constant king of depression. While his performances remain generally low-key and his voice quietly passionate, the arrangements and surrounding musicians add a considerable amount of pep, as on the jazzy groove of the lengthy “Poor Boy.” The argument could be made that this contravenes the spirit of Drake’s work, but it feels more like a calmer equivalent to the genre-sliding experiments of Van Morrison at around the same time. Numbers that retain a softer approach, like “At the Chime of a City Clock,” still possess a gentle drive to them. Cale’s additions unsurprisingly favor the classically trained side of his personality, with particularly brilliant results on “Northern Sky.” As his performances on keyboards and celeste help set the atmosphere, Drake reaches for a perfectly artful reflection on loss and loneliness and succeeds wonderfully. (© www.allmusic.com) Reinhören

Paul Simon: Paul Simon

Isimon.jpgf any musical justification were needed for the breakup of Simon & Garfunkel, it could be found on this striking collection, Paul Simon’s post-split debut. From the opening cut, “Mother and Child Reunion” (a Top Ten hit), Simon, who had snuck several subtle musical explorations into the generally conservative S&G sound, broke free, heralding the rise of reggae with an exuberant track recorded in Jamaica for a song about death. From there, it was off to Paris for a track in South American style and a rambling story of a fisherman’s son, “Duncan” (which made the singles chart). But most of the album had a low-key feel, with Simon on acoustic guitar backed by only a few trusted associates (among them Joe Osborn, Larry Knechtel, David Spinozza, Mike Manieri, Ron Carter, and Hal Blaine, along with such guests as Stefan Grossman, Airto Moreira, and Stephane Grappelli), singing a group of informal, intimate, funny, and closely observed songs (among them the lively Top 40 hit “Me and Julio Down by the Schoolyard”). It was miles removed from the big, stately ballad style of Bridge Over Troubled Water and signaled that Simon was a versatile songwriter as well as an expressive singer with a much broader range of musical interests than he had previously demonstrated. You didn’t miss Art Garfunkel on Paul Simon, not only because Simon didn’t write Garfunkel-like showcases for himself, but because the songs he did write showed off his own, more varied musical strengths. (© www.allmusic.com) Reinhören

Anfassbare Gnade?

Pastor Schmitter diskutiert auf seinem neuen Blog die Frage nach Ethik und Grenzen in Gemeinden. In der Diskussion wurde mir mit einem Mal etwas klar, was im letzten halben Jahr so im Untergrund gärte: Die Erkenntnis, dass Großkirchen und Freikirchen die Form der Zugehörigkeit grundsätzlich verschieden organisieren.

Stark zugespitzt scheint mir die Sache so zu laufen:

  • In den großen Kirchen steht das Sakrament (Taufe und Abendmahl, in der römisch-katholischen noch ne Reihe mehr) im Zentrum der Kirche. Durch das Sakrament, insbesondere durch die Teilhabe an Brot und Wein, bekommt man Anteil an Christus selbst. So wird man auch Teil des “Leibes Christi”, der Kirche.
  • In den Freikirchen gibt es kaum eine Vorstellung von Sakramenten (offenbar eine Radikalisierung und Verflachung der reformierten Positionen). Abendmahl wird zwar gefeiert – erwartet wird kaum mehr als eine “Erinnerung” an den Kreuzestod Jesu und ein Gefühl der Verbundenheit untereinander.

Was aber sorgt dort dann für Zugehörigkeit? Antwort: Die Ethik. Wer einem gewissen Lebensstil entspricht, gehört dazu. Wer nicht, jedenfalls mittelfristig nicht. Die Grenzen verlaufen über ein paar klassische Themen, wobei “ein paar” wohl übertrieben ist, eigentlich über eines: Sexualethik. Der christliche Lebensweg hat zwei Phasen: Die Bekehrung (der Anfang), die Heiligung (der Rest). Läuft das Zweite allzu holprig, sind die Gemeinde-Tage gezählt.

Christsein = Nachfolge = Persönlichkeitsentwicklung (oder “Umsetzen von Werten”).

Übertrieben und zu schwarz/weiß? Klar. Ein Plädoyer für “billige Gnade”? Nein. Aber für mich bleibt die Frage: Gibt es Orte, Zeiten, Räume, in denen Zugehörigkeit gefeiert wird? Gibt es Rituale, die anfassbar vermitteln, dass die Bedingungslosigkeit der Gnade die Grundlage der Veränderung ist? Wie wird die Präsenz der Gnade Gottes in unserer Mitte anschaubar?

[Kommentar Nr.9 bietet eine nicht autorisierte Zusammenfassung der Kommentare 1-8]

Hauskirche = Privatkirche?

Frage an die Missionalen unter uns: Wenn gilt „The Medium is the Message“ und wir uns in der sozialen Gestalt der Gemeinden ganz auf Hauskirchengruppen konzentrieren und öffentliche Treffen (sog. „Gottesdienste“) weglassen – wie werden reine Hauskirchen dann eigentlich als Sozialform wahrgenommen?

These: Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Gruppen die sich nur in eigenen Häusern treffen und nicht öffentlich, sind möglicherweise politisch gefährlich und subversiv. Haustreffen haben zwar öffentliche Bedeutung, finden aber auf Grund von Restriktionen nicht öffentlich, sondern in konspirativen Kreisen statt.
  • Ach, es gibt gar keine äußerlichen Restriktionen? Und trotzdem keine öffentlichen Treffen? Na, dann gehen die Teilnehmer wohl einem privaten Hobby nach.

Wahrnehmung also: Medium rein privat = Message rein privat?

Welche DNA hatte Jesus?

Knallerfrage wie ich finde. Stellt mir die Frau heute nacht um drei. Selbstverständlich führe ich solche Arten von Spekulationen instinktiv auf “loses geistliches Geschwätz” zurück und entziehe mich dem Wortstreit, “der zu nichts nütze ist, als die zu verwirren, die zuhören” (2 Tim 2,14-16): Indem ich mich umdrehe und weiterschlafe. Am nächsten Morgen beim Frühstück aber setzt sie neu an; während ich zunächst noch versuche, nicht “Acht zu haben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen” als mich in Ruhe frühstücken zu lassen, muss ich schließlich nachgeben.

Also: Welche DNA hatte Jesus? Als wissenschaftlich Halbgebildeten ist uns klar, zu jeder menschlichen DNA gehört ein weiblicher und ein männlicher Teil. Weiblich is klar, aber was ist mit der anderen Hälfte? Nun, so wie ich es im Moment sehe, gibt es darauf mögliche Antworten in folgenden Geschmacksrichtungen:

(A) Harte Geschmacksrichtung: Glauben statt Denken.

Nach Matthäus und Lukas wurde Jesus von einer Jungfrau auf die Welt gebracht. Sprich: Kein Mann im Spiel. Alle weiteren Fragen dringen in einen Bereich vor, der uns nichts angeht und sind Ausdruck unheiliger Neugier. Glaube heißt Gehorsam, also Ruhe.

(B) Mittlere Geschmacksrichtung: Feel the magic!

Irgendwie hat Gott das gemacht. Wie genau? Keine Ahnung. Kommt auch nicht so drauf an. Worum es geht, ist doch die persönliche Beziehung zu Gott und das Vertrauen, dass Gott Wunder tun kann.

(C) Softe Geschmacksrichtung: Welche Jungfrauengeburt?

Ungeachtet der Tatsache, dass die Jungfrauengeburt Teil des Glaubensbekenntnisses ist, dass Millionen von Christen sonntäglich sprechen, halten wir fest: War doch gar nich so gemeint! Unsere Vorstellung wissenschaftlicher Exaktheit hat einfach gar nichts mit der Art zu tun, wie im 1. Jh. theologisch gedacht wurde. Worum es eigentlich ging: Jesus war irgendwo voll nah zu Gott und um das auszudrücken sagt man eben: Gott hat ihn gezeugt (eigentlich, also historisch eigentlich aber theologisch uneigentlich, war’s Joseph).

Was soll ich sagen? (A) kommt nicht in Frage; wäre Jesu Herkunft Thema unheiliger Neugier, dann gäbe es das Thema Jungfrauengeburt gar nicht. (B) kenne ich gut, finde ich aber als Antwort ein bisschen billig. Eigentlich ist es gar keine Antwort, sondern eine Ablenkung. (C) Ist klar und fuzzy zugleich. Klar, weil festgestellt wird, dass Joseph aller Wahrscheinlichkeit nach der Vater Jesu war. Damit wäre die DNA-Frage geklärt. Fuzzy aber, weil irgendwie zwischen so etwas wie “wissenschaftlich-historischer” Wirklichkeit und “theologischer” Wahrheit getrennt wird. Wie genau aber, bleibt ziemlich unklar.

Also, Karten auf den Tisch. Meine momentane Antwort: Ich glaube, Jesus ist nicht das Produkt einer heißen Nacht zwischen Maria und Joseph, sondern tatsächlich Kind einer Jungfrau. Was das für seine DNA heißt? Irgendwie muss Gott dafür gesorgt haben, dass da ein männlicher Anteil reinkommt. (Bin mir schmerzhaft bewusst, wie albern das klingt, aber: Keine pseudowissenschaftlichen Ausflüchte!) Eine halbe jedenfalls hatte er sicher nicht, er war ja nun “ganz Mensch”. Wie und wie hat das ausgesehen? Weiß ich keine Antwort drauf. Damit falle ich wohl am Ende klar in die mittlere Geschmacksrichtung (no denying your heritage!). Folgende Fragen aber halte ich für spannend und weiterführend und alle (und noch mehr) sind hier bei Chris Tilling aktuell nachzuverfolgen:

  • Wie verhalten sich “historischer Anspruch” der Evangelien und ihre “theologische Aussageintention” zueinander? Gibt es “theologisch richtig” aber “historisch nie passiert” zugleich?
  • Wie sehr wirken in den Jungfrauen-Aussagen der Evangelien schon mariologische Traditionen?
  • Welche Ursächlichkeit und welche Wirkung hat das Thema “Sexualität und Sünde” in diesem Traditionsstück?

Das Thema ist für mich weiter offen. Sperrangelweit offen. Und scheinbar irgendwie ein Schlüsselthema für eine ganze Menge theologischer Grundsatzfragen. Gut, wenn man ein Frau hat, die nicht locker lässt. Kommentare?

Wynton ist schnell!

Kommentiert einer auf YouTube: “Nachdem ich das Video angeschaut hatte, habe ich meine Trompete in den Müll geschmissen.” Jo, kann man verstehen.

Hier kann man sich mit Bill Evans schön wieder abregen (wobei das Publikum in seiner Begeisterung fast die Grenzen des guten Anstands vergisst, das ist natürlich unschön).

MyTrinity.com

Mit dem Semesterende nahen für mich auch einige Prüfungen – unter anderem eine zum Thema “Trinitätslehre”. Wer Lust hat, kann mir dazu mit einem klitzekleinen Kommentar helfen, indem er einfach folgenden Satz vervollständigt: “Mit der Trinität Gottes verbinde ich…” Alles ist erlaubt, Hauptsache ehrlich. Bin mal gespannt!

Neujahr ohne Vorsätze

Mit einem neuen Jahr, so sagt das kollektive Bewusstsein, ist auch die Möglichkeit gegeben, hier und da neu anzufangen. Endlich einmal aufzuräumen mit dieser und jener Gewohnheit, wieder einmal das eine oder andere zu beginnen, diesmal aber mit aller Entschlossenheit, so richtig, diesmal wird’s was mit dem, was wir uns schon so lange vornehmen. In diesen Bereich gehören auch die vielen großen und kleinen geistlichen Neuanfänge, in denen wir es mit Gott nochmal so richtig “fest machen”.

Ganz anders der echte “Weg mit Gott”, der laut Bonhoeffer die “Befreiung von dem mörderischen Gesetz der unaufhörlichen Anfänge” bringt, die wir immer von Neuem suchen:

Einen Tag um den anderen auf den neuen Anfang zu warten, ihn unzählige Male gefunden zu haben meinen, um ihn am Abend wieder verloren zu geben, das ist die vollkommene Zerstörung des Glaubens an den Gott, der den Anfang einmal gesetzt hat in seinem vergebenden und erneuernden Wort, in Jesus Christus, d.h. in meiner Taufe, in meiner Wiedergeburt, in meiner Bekehrung. Gott hat mich ein für allemal zu sich bekehrt, nicht ich habe mich ein für allemal zu Gott bekehrt. Gott hat den Anfang gesetzt, das ist die freudige Gewißheit des Glaubens. Darum soll ich nicht neben den einen Anfang Gottes noch zahllose eigene Anfänge zu setzen versuchen. Gerade davon bin ich befreit, der Anfang liegt ein für allemal hinter mir, Gottes Anfang nämlich. (Bonhoeffer, Gesammelte Werke, Bd. IV, 506)

In diesem Sinne: Einen entspannten anfangslosen Anfang 2009!

Folien-Fail

Gestern im Gottesdienst: Die Tücken beim Einsatz moderner Medien im liturgischen Setting. Weil am Freitag Reformationstag war, wird der Lobpreisblock kirchengeschichtlich sensibel mit einem Luther-Lied eröffnet. Die Wahl fällt auf “Ein’ feste Burg ist unser Gott”.

Als freikirchliche Schar sind wir da natürlich auf den gedruckten Text angewiesen, der uns per PowerPoint angeboten wird. Das hat bei der ersten Strophe auch noch einwandfrei geklappt, die zweite ließ dann allerdings auf sich warten – so dass die versammelte Gemeinde erst nach der 1. Hälfte der zweiten Strophe wieder einstimmen konnte. De facto ergab das dummerweise folgenden Text:

Ein’ feste Burg ist unser Gott,

Ein gute Wehr und Waffen;

Er hilft uns frei aus aller Not,

Die uns jetzt hat betroffen.

Der alt’ böse Feind,

Mit Ernst er’s jetzt meint,

Gross’ Macht und viel List

Sein’ grausam’ Ruestung ist,

Auf Erd’ ist nicht seingleichen.

[Mit unsrer Macht is nichts getan,

Wir sind gar bald verloren;

Es steit’t für uns der rechte Mann,

Den Gott hat selbst erkoren.]

Fragst du, wer der ist?

Er heisst Jesu Christ,

Der Herr Zebaoth,

Und ist kein andrer Gott,

Das Feld muss er behalten.

Wasser auf die Mühlen der “Liederbuchfraktion”…?

Simon hat mich aufgefordert, mal einen Einblick in mein iTunes zu gewähren. Mach ich doch gerne. Eine “Lieblingsliste” habe ich allerdings nicht, weil ich meine mp3s nicht mit Bewertung versehe. Aussagekräftiger ist bei mir dann wahrscheinlich die Liste: “Top 25″, also meine auf Laptop und iPod meistegspielten Tracks. Hat mich selbst überrascht, lustige Mischung irgendwie:

top25.jpg

Die Nummer 9 sollten sich Jazz-Fans unbedingt mal anhören. Ich leite diesen netten Blogstock weiter an Thorsten und Yotin. Mal sehen, was ihr so auf der Pfanne habt.

So anders ist N.T. Wright…

Habe die Tage meine erste neutestamentliche Proseminararbeit nach allen Regeln historisch-kritischer Methode geschrieben (und nein – ich bin dabei nicht vom Glauben abgefallen). Das Gleichnis vom Hausbau (Mt 7,24-27) war Thema. Nachdem ich alle Methodenschritte von Literarkritik bis Religionsgeschichte durchgenudelt hatte, hat sich mir so ungefähr ein Bild von dem ergeben, wie ich den Text verstehe: Ein Gleichnis, durch das der Hörer gemahnt wird, die Worte der Bergpredigt in sein Leben umzusetzen. Durchaus unter Androhung des Gerichts. Meine Ergebnisse habe ich folgerichtig in allen landläufigen Kommentaren bestätigt gefunden. Soweit so gut. Und dann habe ich mal bei N.T. Wright nachgelesen.

Bis jetzt habe ich Wright immer gern gehört und gelesen – und, glaube ich, nie ganz verstanden, wie anders er die Evangelien angeht. Es ist wohl keine Übertreibung, wenn man sagt, dass er die Bergpredigt vollständig anders liest, als der ganze deutsche Forschungskonsens. Und das hat vor allem methodische Gründe: Wright lässt im Prinzip die zum Gesetz gewordene Zwischenebene des Evangelisten aus. Er hört die Worte nicht als Worte des Matthäus, der die Worte von Q umschreibt, deren Ursprung ungeklärt ist. Sondern als Worte Jesu. Das scheint auf den ersten Blick naiv. Und viele Argumente kann ich dafür im Moment auch kaum finden – finde die Ergebnisse trotzdem spannend. Was mir aber klar geworden ist: Ganz umsonst ist der große theologische Entwurf von Wright nicht zu haben. Da wäre einiges an Auseinandersetzung mit gängigen exegetischen Grundsätzen zu tun…

…wenn sie ein Kleinod solcher Weisheiten sind, wie Sirach 22,2?

Ein fauler Mensch ist wie ein Mistklumpen; wer ihn aufhebt, der muss sich die Hände abwischen.

Gebote ohne Gesetzlichkeit

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Wie gesagt lese ich mich gerade durch ein Standardwerk der alttestamentlichen Theologie, Gerhard von Rads “Theologie des Alten Testaments”. Der Abschnitt zur Bedeutung der Gebote hat mir besonders gut gefallen, weil er sehr schön zeigt, wie die Wahrnehmung der Gottesgebote durch Israel zunächst meilenweit von dem abweicht, was wir voreilig als “Gesetzlichkeit” abtun. Das hat mit folgenden Aspekten zu tun:

Gottes Gebote sind Zeichen seiner Erwählung.
Die Zehn Gebote beginnen ja gar nicht mit einem Gebot, sondern mit einer Selbstvorstellung: “Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten, aus der Sklaverei, befreit hat.” Mit der Ausrufung der Gebote über Israel kommt die Bundesbeziehung Gottes zu seinem Volk zu einem vorläufigen Höhepunkt. Weil Gott sich Israel als sein Volk erwählt hat, deshalb gibt er ihm seine Gebote. Und deshalb hat Israel “die Offenbarung der Gebote als Heilsereignis ersten Ranges verstanden und gefeiert.” (von Rad, 207)

Gottes Gebote sind Lebenszuspruch.
Die Gebote Gottes wurden von Israel nicht als ewiges Sittengesetz verstanden, sondern als eine konkrete Zuwendung seines Gottes. Indem Jahwe seinen Willen offenbart, eröffnet er seinem Volk einen Lebensraum. In den Geboten zeigt Gott seinem Volk an: So könnt ihr leben, darauf liegt Segen. Dabei ist zu beachten, wie weit der Rahmen durch die Zehn Gebote zunächst gesteckt ist – das ist keine penible Regelung bis in die kleinsten Details des Alltags, sondern ein Rahmen, der gewisse Eckpunkte beschreibt. Deshalb ist wohl davon auszugehen, “daß solche Forderungen im Sinne jener ‘Tafeln’ als erfüllbar, und zwar als leicht erfüllbar, galten. (…) Da ist kein Erschrecken oder ein Seufzen wie über eine Last, sondern nur Dank und Lobpreis.” (von Rad, 209)

Gottes Gebote beziehen den Menschen mit ein.
Die Religionswissenschaft kennt neben den Gesetzestexten des Alten Testaments noch zahlreiche andere, außerisraelitische Rechtssammlungen. Eine Besonderheit des AT ist, dass die Gebote dort Begründungen kennen. Nicht alle aber einige. Es gibt “theologische” Begründungen: Das Verbot, Menschenblut zu vergießen, weil der Mensch Ebenbild Gottes ist. Oder “heilsgeschichtliche” Begründungen: Am Sabbat auch die Knechte und Mägde und Fremden ruhen zu lassen, weil Gott Israel einst Israel selbst aus der Sklaverei geführt hat, usw. G. von Rad schließt daraus: “Jahwe will Gehorsam, aber er will Menschen, die seine Gebote und Ordnungen verstehen, d.h. Menschen, die sie auch innerlich bejahen. Es ist ein mündiger Gehorsam, den Jahwe fordert.” (von Rad, 211)

Gottes Gebote sind beweglich.
Israel hat den Gotteswillen nicht als starres, unveränderliches Lehrgebäude angesehen (jedenfalls nicht, so von Rad, vor einer gewissen Erstarrung in nachexilischer Zeit). Die Gebote waren stets für eine konkrete geschichtliche Situation gedacht und gesprochen und mussten deshalb in neuen Situationen neu interpretiert und verstanden werden. Vielleicht ist das der springende Punkt, wenn es um Gesetzlichkeit geht: Sind die Gebote Rahmen zur Gestaltung eines Lebensraumes oder verselbständigen sie sich hin zu einer Eigenwelt, die als unantastbar gilt, egal wie fremd sie neuen Situationen gegenüber steht? Wer jetzt übertragend an Themen wie die “Frauenfrage” denken möchte, soll das gerne tun…

Bis heute feiern die Juden übrigens, wie ich gerade lese, das sog. “Simchat Tora“: Das Fest der Freude über die Tora. Das Gesetz wird in einer Prozession getragen und geküsst, es wird ausgelassen getanzt und optional darf für die Kinder mit Süßigkeiten geschmissen werden. Soviel zur Gesetzlichkeit… :)

Lernen von Afrika…

Im letzten Sommersemester fand an der Theologischen Fakultät in Tübingen der von den Studenten selbst organisierte Studientag mit dem Motto “Ist Gott ein Europäer? Zur Bedeutung der kontexteuellen Theologie” statt. Spannendes Thema, interessante Referenten. Nach den Hauptvorträgen habe ich die Arbeitsgruppe des nigerianischen (aber in Österreich lehrenden) Theologen Dr. Chibueze Udeani besucht.

Er hat unter dem Thema “Wettkampf um die afrikanische Seele” von der religiösen Situation in Nigeria berichtet. Folgende Stichpunkte waren zentral:

  • Religion ist in Nigeria ein Alltagsthema, ein Lebensthema. Dr. Udeani brachte es so auf den Punkt: Nimm dir ein Megaphon, stell dich auf die Straße und sprich über irgendetwas Religiöses – du wirst in einer halben Stunde 1000 Zuhörer haben. (Was natürlich deutsche Sehnsüchte nach Erweckungen “wie in Afrika” zumindest zur stärkerer Selbstreflexion anregen dürfte…)
  • Da die Großkirchen es in der Vergangenheit versäumt haben, die wirklich alltäglichen Nöte anzusprechen, haben neue, freikirchliche Bewegungen großen Zulauf. Beispiele sind neopfingstliche Kirchen mit sprechenden Namen wie “Winner’s Chapel”, “Victorious Family” oder auch “Miracle Explosion”.

Zwei Dinge sind mir von seinem Bericht hängen geblieben:

Als Europäer hat sich mir sofort die Frage gestellt: Passieren in den Gemeinden dort wirklich solche Wunder, wie man hört? Ist das echt, anfassbar? Für den Referenten war das scheinbar sekundär. Wunder? Ja, von mir aus, wenn, dann passieren die auch bei Geistheilern und Medizinmännern – der Punkt ist, dass die Leute in diesen Health-und-Wealth-Gemeinden systematisch ausgebeutet werden. Ob diese kritische Beschreibung den genannten Gemeinden in ihrem ganzen Profil gerecht wird, sei einmal dahingestellt. Aber: Ich habe mich etwas ertappt gefühlt – macht die Faszination für ungewohnte Phänomene blind für die unmittelbaren sozialen Probleme?

Auf meine Frage nach einer Läuterung der theologischen Einseitigkeiten (health und wealth) in nachfolgenden, vielleicht desillusionierten Generationen, winkte Udeani nur ab. Für produktiven Umgang mit theologischer Kritik seien diese Strukturen absolut nicht gemacht. Das liege am Selbstbild: Man versteht sich als exklusive Gemeinschaft, Kritik an wesentlichen Überzeugungen wird als Angriff des Bösen gewertet, es tritt ein Märtyrerreflex ein – wir werden für unsere Überzeugungen verfolgt, es war ja nicht anders zu erwarten.

Das kommt mir aus der frommen Welt doch bekannt vor: Die Selbststilisierung als verfolgte Minderheit im Angesicht kritischer Anfragen. Da scheint es auch bei uns noch Lernpotential zu geben…

…ist irgendwie nicht das, was ich vorher dachte. Sondern:

Volker Leppin: Martin Luther

leppin-luther.jpg

Eine neuere Luther-Biographie, endlich mal fertig gelesen, nachdem im Wintersemester ein Seminar zum Großen Katechismus ansteht. Leppin ist insgesamt sehr um einen nüchternen Ton bemüht, der Luther nicht als Denkmal, sondern als leidenschaftlichen, widerständigen, spätmittelalterlichen Theologen darstellen will. Das gelingt hier und da auch ganz gut – gegen Ende (und das heißt: ab 1525) ist es wohl ein wenig dick aufgetragen, wenn beinahe einmal pro Seite auf den sinkenden Stern Luthers verwiesen wird. Jedenfalls: Einen guten biographischen Überblick bringt es. Als Ergänzung will ich mir dann mal Obermans Luther-Buch reinziehen – schon jemand gelesen?

Gerhard von Rad: Theologie des Alten Testaments, Bd. 1

200807302114.jpgEin Klassiker – bis heute die deutschsprachige alttestamentliche Theologie des 20. Jh. Mit seinem Ansatz, der die Theologie Israels “nacherzählend” statt “dogmatisch-systematisch” darstellt, hat von Rad die alttestamentliche Wissenschaft revolutioniert – vor allem weil er die Disziplin mit einem im großen Entwurf von der reinen Religionswissenschaft zur Theologie zurückgerufen hat. Manche sagen, von Rad schreibt wie Thomas Mann – da ist was dran, wie ich finde. Manche seiner Thesen (1962!) sind natürlich nicht mehr aktuell. Aber insgesamt ist es ein faszinierendes Buch und macht es selbst mir, als relativem AT-Muffel, Freude in das Thema einzusteigen.

P.S.: Würde ja auch sehr gerne mal wieder nen guten aktuellen Roman lesen – habe nur gerade keinen auf dem Schirm. Kann jemand was empfehlen?

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